Schlafen Sie gut     -     oder schnarchen Sie noch?

 

Schlafmangel gehört heute zu den bedeutendsten Gesundheitsrisikofaktoren am Arbeitsplatz und im alltäglichen Leben. In Deutschland sind ca. 4 Millionen Menschen, oder 5% der Bevölkerung, von der obstruktiven Schlafapnoe (OSA, Apnoe = Atmungsaussetzer) betroffen. Hierbei gibt es im Gegensatz zu einem einfachen (primären) Schnarchen oft schwer wiegende Folgen für die Betroffenen wie z.B.: Tagesmüdigkeit (mit Sekundenschlaf) und Konzentrationsschwäche, morgendliche Kopfschmerzen, Beziehungsprobleme, chronische Schlafstörungen, Depressionen, Bluthochdruck, erhöhtes Herzinfarkt- und Schlaganfallrisiko, Diabetes, reduzierte Lebenserwartung.

Lautes Schnarchen kann oft ein erster Hinweis auf eine OSA sein. In diesem Fall ist der Luftweg vollständig blockiert und die Atmung setzt aus. Solche Atmungsunterbrechungen können mehrere hundert Mal pro Nacht auftreten und oft eine Minute und länger andauern.  In der Folge stellt das Gehirn einen Sauerstoffmangel fest und löst eine Weckreaktion (Arousal) aus, wodurch die Atmung wieder einsetzt.

 

Die obstruktive Schlafapnoe gehört zu den unterdiagnostizierten Erkrankungen, denn weniger als 25% aller Betroffenen sind als solche diagnostiziert.

 

Erhöhte gesundheitliche Risiken bei atembezogenen Schlafstörungen:

·         Bei Menschen, die regelmäßig schnarchen, ist der Risikofaktor für kardiovaskuläre Erkrankungen um 33% erhöht.

·         Patienten mit obstruktiver Schlafapnoe haben ein vierfach höheres Risiko für einen Herzinfarkt.

·         40-80% aller Patienten, die einen Schlaganfall erlitten haben, sind gleichzeitig von OSA betroffen.

 

Die am meisten bekannte und verordnete Therapie einer OSA ist eine sogenannte CPAP-Atemmaske (engl. Continuous Positive Airway Pressure; dtsch. kontinuierliche positive Überdruckbeatmung). Bei dieser Behandlungsmethode muss der Patient eine Maske tragen, die an ein Gebläse angeschlossen ist, das während des Schlafens über einen Verbindungsschlauch Luft in die oberen Atemwege bläst. Dies ist insbesondere bei schwereren Fällen als der ``Goldstandard´´ anzusehen.

Viele Patienten suchen aber nach einer geeigneten Alternative, da sie die CPAP-Maske nicht tolerieren oder für bestimmte Lebensumstände (mehrtägige Freizeitaktivitäten, private o. berufliche Reisen, o. a.) mobiler bleiben möchten. Hier sind spezielle durch schlafmedizinisch fortgebildete Zahnärzte individuell angepasste Zahnschienen unter bestimmten Voraussetzungen die ideale Alternative zur CPAP-Therapie.

Die neuesten Praxisrichtlinien der American Academy of Sleep Medicine und auch die Leitlinien der deutschen Gesellschaft für zahnärztliche Schlafmedizin empfehlen den Einsatz von Zahnschienen als die Behandlung der ersten Wahl für leichte bis mittelgradige OSA oder für Patienten mit schwerer OSA, die eine CPAP-Intoleranz aufweisen oder eine Behandlung mit CPAP ablehnen.

Dabei sind einige Schlüsselfaktoren entscheidend dafür, ob eine Behandlung mit einer Schnarchschiene möglich und vor allem Erfolg versprechend ist. Als wichtigste sind zu nennen: 1. Art und Schweregrad der Schlafapnoe, 2. Der Body-Mass-Index, 3. Der individuelle Zahnstatus.

 

Für einen kurzen Selbstcheck können Sie einmal folgende Fragen beantworten:

  • Schlafen Sie und Ihr Partner in getrennten Schlafzimmern, da Sie laut schnarchen?
  • Nicken Sie unter dem Tag ungewollt ein?
  • Wachen Sie am Morgen oft übermüdet oder mit Kopfschmerzen auf?
  • Leiden Sie an Konzentrationsmangel?

Falls Sie eine oder mehrere dieser Fragen mit ‘Ja’ beantwortet haben, kann eine Schlafapnoe bei Ihnen nicht ausgeschlossen werden. Es ist wichtig, dass in diesem Fall eine schlafmedizinische Abklärung durchgeführt wird.